Der Leben-in-Deutschland-Test am Ende des Integrationskurses

Der Leben-in-Deutschland-Test ist inhaltlich derselbe Test wie der Einbürgerungstest: 33 Fragen, 60 Minuten, 17 richtige Antworten zum Bestehen. Er wird oft am Ende eines Integrationskurses abgelegt, aber nicht nur dort. Dieser Text erklärt, wer den Test in diesem Zusammenhang ablegt, wie er mit dem Zertifikat zusammenhängt und wofür das Ergebnis zählt.

Wer den Test am Kursende ablegt

Ein Integrationskurs besteht in der Regel aus einem Sprachkurs bis zum Sprachniveau B1 und einem Orientierungskurs, der Themen wie Rechtsordnung, Geschichte, Kultur und Alltag in Deutschland behandelt. Der Orientierungskurs endet mit dem Leben-in-Deutschland-Test. Wer den Integrationskurs freiwillig oder verpflichtend besucht, zum Beispiel im Rahmen einer Aufenthaltserlaubnis, legt den Test also meist automatisch am Kursende ab.

Der Test lässt sich aber auch unabhängig von einem Kurs ablegen. Wer sich das Wissen selbst angeeignet hat, etwa mit dem Fragenkatalog und einer App, kann sich direkt bei einer zugelassenen Prüfstelle für den Test anmelden, ohne vorher einen Integrationskurs zu besuchen.

Verhältnis zum Zertifikat

Wer den Test besteht, erhält das Zertifikat "Leben in Deutschland". Es bestätigt, dass die geprüfte Person die Grundzüge der Rechts- und Gesellschaftsordnung sowie der Lebensverhältnisse in Deutschland kennt. Das Zertifikat ist unbefristet gültig, es muss also nicht erneuert oder wiederholt werden, sobald es einmal ausgestellt wurde.

Wofür das Zertifikat zählt

Das Zertifikat kann für mehrere aufenthalts- und einbürgerungsrechtliche Zwecke wichtig sein:

Da sich Verwaltungsvorschriften ändern können und Einzelfälle unterschiedlich behandelt werden, sollte man die genaue Bedeutung des Zertifikats für die eigene Situation immer bei der zuständigen Ausländerbehörde oder Einbürgerungsbehörde erfragen.

Unterschied zur direkten Anmeldung als Einbürgerungstest

Der eigentliche Test unterscheidet sich nicht. Der Unterschied liegt im Anmeldegrund und im Namen des ausgestellten Nachweises. Wer den Test im Rahmen eines Integrationskurses ablegt, bekommt automatisch das Leben-in-Deutschland-Zertifikat. Wer den Test unabhängig von einem Kurs gezielt für die Einbürgerung anmeldet, meldet ihn oft direkt als Einbürgerungstest an. In beiden Fällen wird derselbe Fragenkatalog mit 33 Fragen aus 300 bundesweiten und 10 landesspezifischen Fragen abgefragt.

Vorbereitung

Wer den Test am Ende eines Integrationskurses ablegt, hat durch den Orientierungskurs bereits viele Inhalte behandelt. Trotzdem hilft es, den Fragenkatalog zusätzlich gezielt zu üben, weil der Kurs nicht jede einzelne der 300 bundesweiten oder 10 landesspezifischen Fragen im Wortlaut durchgehen kann. Ein kurzer, gezielter Übungsplan in den letzten ein bis zwei Wochen vor dem Testtermin macht meist den Unterschied zwischen knappem Bestehen und einem sicheren Ergebnis.

Was nach dem Test kommt

Nach dem Orientierungskurs und dem bestandenen Test ist der Integrationskurs abgeschlossen. Die Kursstelle stellt dafür meist eine Teilnahmebestätigung aus, zusammen mit dem separaten Zertifikat "Leben in Deutschland" für den bestandenen Test. Beide Dokumente sollten gut aufbewahrt werden, da sie später bei der Ausländerbehörde oder Einbürgerungsbehörde als Nachweis vorgelegt werden können. Bei Fragen zum weiteren Ablauf, etwa zur Verlängerung eines Aufenthaltstitels, hilft die Kursstelle oder die zuständige Behörde direkt weiter.