Zeitstrahl: Deutsche Geschichte von 1871 bis heute
Der Fragenkatalog zum Einbürgerungstest fragt an mehreren Stellen Jahreszahlen und historische Ereignisse ab. Dieser Zeitstrahl ordnet die wichtigsten Ereignisse von der Reichsgründung 1871 bis zur Staatsangehörigkeitsreform 2024 in chronologischer Reihenfolge, jeweils in ein bis drei kurzen Sätzen.
- 1871: Gründung des Deutschen Reiches
- Nach dem Deutsch-Französischen Krieg wurde das Deutsche Reich gegründet. Die vorher getrennten deutschen Staaten wurden erstmals in einem gemeinsamen Nationalstaat vereint, mit dem preußischen König als Kaiser.
- 1933: Beginn der nationalsozialistischen Herrschaft
- Adolf Hitler wurde im Januar 1933 zum Reichskanzler ernannt. Danach baute die NSDAP innerhalb kurzer Zeit eine Diktatur auf und schaltete Demokratie und Grundrechte aus.
- 1938: Novemberpogrome
- In der Nacht vom 9. auf den 10. November 1938 wurden in ganz Deutschland Synagogen, jüdische Geschäfte und Wohnungen angegriffen und zerstört. Diese als Novemberpogrome oder Reichspogromnacht bekannten Gewalttaten waren ein Wendepunkt hin zur systematischen Verfolgung der jüdischen Bevölkerung.
- 1939 bis 1945: Zweiter Weltkrieg
- Mit dem Überfall auf Polen im September 1939 begann der Zweite Weltkrieg, ausgelöst durch das nationalsozialistische Deutschland. Während des Krieges wurden im Holocaust rund sechs Millionen europäische Jüdinnen und Juden ermordet. Der Krieg endete im Mai 1945 mit der Niederlage Deutschlands.
- 1945: Kriegsende und Beginn der Besatzungszeit
- Nach der Kapitulation wurde Deutschland von den vier Siegermächten USA, Sowjetunion, Großbritannien und Frankreich in Besatzungszonen aufgeteilt und verwaltet.
- 1948: Währungsreform und Berlin-Blockade
- 1948 wurde in den westlichen Besatzungszonen die D-Mark eingeführt. Im selben Jahr begann die Sowjetunion die Berlin-Blockade, auf die die Westmächte mit der Luftbrücke reagierten, um West-Berlin weiter zu versorgen.
- 1949: Grundgesetz und zwei deutsche Staaten
- Am 23. Mai 1949 trat das Grundgesetz in Kraft und die Bundesrepublik Deutschland wurde gegründet. Im Oktober 1949 entstand im Osten die Deutsche Demokratische Republik (DDR). Deutschland war damit für rund 40 Jahre in zwei Staaten geteilt.
- 1953: Volksaufstand in der DDR
- Am 17. Juni 1953 protestierten Menschen in der DDR gegen die Regierung, unter anderem gegen höhere Arbeitsnormen. Der Aufstand wurde mit sowjetischen Truppen niedergeschlagen.
- 1955: Souveränität und Beginn der Arbeitsmigration
- 1955 erhielt die Bundesrepublik weitgehende Souveränität zurück und trat der NATO bei. Im selben Jahr begann mit einem Anwerbeabkommen mit Italien die gezielte Anwerbung ausländischer Arbeitskräfte, später auch aus anderen Ländern.
- 1961: Bau der Berliner Mauer
- Am 13. August 1961 begann die DDR mit dem Bau der Berliner Mauer, um die Flucht in den Westen zu verhindern. Die Mauer trennte Ost- und West-Berlin fast 28 Jahre lang.
- 1968: Studentenbewegung
- 1968 kam es in der Bundesrepublik zu breiten Protesten von Studierenden, unter anderem gegen autoritäre Strukturen und für gesellschaftliche Veränderungen. Diese als 68er-Bewegung bekannten Proteste prägten Gesellschaft und Politik über Jahre.
- 1972: Grundlagenvertrag zwischen BRD und DDR
- 1972 schlossen Bundesrepublik und DDR den Grundlagenvertrag, der die gegenseitigen Beziehungen regelte, ohne dass die Bundesrepublik die DDR als gleichwertigen Ausländer-Staat vollständig anerkannte.
- 1989: Fall der Berliner Mauer
- Nach wachsenden Protesten in der DDR öffneten sich am 9. November 1989 die Grenzübergänge in Berlin. Der Fall der Mauer gilt als der zentrale Moment der friedlichen Revolution in der DDR.
- 1990: Deutsche Wiedervereinigung
- Am 3. Oktober 1990 trat die DDR der Bundesrepublik Deutschland bei. Seitdem ist Deutschland wieder ein einziger Staat mit den heute 16 Bundesländern.
- 2002: Einführung des Euro als Bargeld
- Nach mehreren Jahren als Buchgeld wurde der Euro am 1. Januar 2002 in Deutschland als Bargeld eingeführt und ersetzte die D-Mark.
- 2024: Reform des Staatsangehörigkeitsrechts
- Im Juni 2024 trat das Staatsangehörigkeitsmodernisierungsgesetz in Kraft. Es verkürzte die übliche Mindestaufenthaltsdauer für die Einbürgerung auf 5 Jahre, unter bestimmten Voraussetzungen auf 3 Jahre, und erlaubt seither in der Regel doppelte Staatsangehörigkeit.
Dieser Zeitstrahl deckt die im Fragenkatalog am häufigsten geprüften Ereignisse ab, ist aber nicht vollständig. Für eine tiefere Beschäftigung mit einzelnen Ereignissen lohnt sich der Blick in Geschichtsbücher oder auf die Themenseiten zur deutschen Geschichte auf dieser Seite.